(Sharp Tone Records)

EMMURE sind definitiv eine nicht zu verachtende Genregröße im Bereich des Metalcore. Ihre Mischung aus Nu-Metal und Deathcore gefällt aber ganz offensichtlich nicht jedem und so scharrt die Band eine ganze Menge an Hatern um sich. Und ganz ohne Kontroversen geht es ja auch nicht und da nur Sänger Frankie Palmerie durchgehendes Mitglied der Band ist, könnte das sogar auch gewisse Rückschlüsse zulassen. Das soll mir hier aber alles egal sein, denn mit "Hindsight" gibt es nun das achte Studioalbum und ich werde ohne Vorurteile nur die musikalische Seite betrachten.

Los geht der Spaß mit 'Finally Understanding Nothing' wo fette Rap-Parts auf Death-Growls treffen, das Songwriting aber echt sehr sehr simpel daher kommt. Aber das muss einen nicht wirklich stören, da es als Einstieg gut gelungen ist. 'Trash Folder' erinnert wirklich sehr an Korn gepaart mit Slipknot. Da EMMURE typisch die Songs aber nur gut an die zwei Minuten lang sind, bleibt hier echt wenig Zeit sich etwas genauer anhören zu können. 'Pig's Ear' knüppelt sich dann relativ belanglos durch seine kurze Spieldauer, bevor es mit 'Gypsy Disco' weitergeht, welches mit vielen Sprachteilen aufwartet. 

'I've Scene God' geht eher in die Richtung, langsam, tief und böse und lässt sich fast nicht vom folgenden 'Persona Non Grata' unterscheiden. Hier verkommt alles ein bisschen zu recht uninspiriertem Mischmasch. Zu 'Thunder Mouth' kann man nicht wirklich viel Neues schreiben und 'Pan' gönnt sich eine Minute lang Geklimper zum Schluss. '203' ist da deutlich interessanter und auch abwechslungsreicher. Mit fast schon vier Minuten ist es auch das mit Abstand längste Lied auf "Hindsight". 'Informal Butterflies' ist recht elektronisch angelegt und geht genauso schnell wie es gekommen war. Für 'Cheetah Man' und 'Bastard Ritual THURS' fehlt mir nun die Energie noch groß etwas zu schreiben. Aber der Abschluss mit 'Uncontrollable Descent' ist gut gewählt und so sind die letzten Klänge auf "Hindsight" doch sogar sehr zart, da sie von einem Klavier kommen.

"Hindsight" legt eigentlich einen recht guten Start hin, wird aber mit voranschreitender Dauer immer eintöniger. Auch das Songwriting lässt öfter mal ziemlich zu wünschen übrig. Mit 13 Tracks knackt man zwar grade mal die 30 Minuten-Marke, aber trotzdem hört sich vieles nach Füllmaterial an. Der geneigte EMMURE Fan findet sicherlich genügend zufriedenstellenes Material, aber viele neue Fans wird man sich wohl nicht unbedingt erarbeiten können. Die Produktion ist wirklich mega fett, die Abwechslung aber gering und dank der kurzen Einzellaufzeiten der Stücke verschmilzt auch alles zu einem großen Etwas, anstatt das die Lieder für sich stehen können.

Album-VÖ: 26.06.2020