(Edged Circle/ Soulfood)

Manchmal muss es einfach solider Hardrock sein, der ein paar Heavy-Metal-Kanten mitbringt und die Grundlagen des Classic-Rock beherrscht. Für diesen Fall sind MAGICK TOUCH prädestiniert, wie man auch unserer Review zum letzten Album "Blades, Chains, Whips And Fire" entnehmen kann. Nun haben es die Norweger also geschafft Platte Nummer drei fertigzustellen - und mit "Heads Have Got To Rock 'n Roll" wird der etablierte Sound konsolidiert. Handwerklich noch ein wenig runder, die Riffs sitzen und die Refrains sind teilweise eingängiger als jeher.

MAGICK TOUCH – Blades, Chains, Whips And Fire

Mit dem Einsteiger 'This Isn't Your First Rodeo' beginnt die Platte absolut hitverdächtig. Schön abgehangener Up-Tempo-Hardrock, der sich am End-80er-Sound orientiert und für Leute, die auf W.A.S.P. stehen, 'ne sichere Wahl ist. 'Watchman's Requiem' drosselt etwas die Geschwindigkeit, hat aber die große Geste im Chorus in der Hinterhand. Ein rifflastiger Song, der es dem geneigten Heavy-Fan einfach macht, seine Mähne durchzuwirbeln.

'To The Limit' an Position 3 platziert, fröhnt dem Hardrock-Classic-Rock und überzeugt mit einem bombastischen Refrain, bei dem die nietenbehangenen Fan-Arme beim nächsten Festival von ganz alleine parallel Richtung Himmel gereckt werden. Als wenn das Ganze nicht schon sympathisch-klischeebehaftet genug wäre, wird der nachfolgende Track 'Love Is A Heart Disease' mit Cowbell eingezählt. Ein leichtes Grinsen umspielt meine Lippen, denn obwohl das Album bisher eigentlich nur klaut, macht es verdammt viel Spass - ehrlicherweise muss man sagen, dass es gerade im Metal/ Hardrock wenig Gestaltungsmöglichkeit gibt, weil alles schonmal dagewesen ist und ausprobiert wurde. Deswegen ist "Heads Have Got To Rock 'n Roll" natürlich kein Gradmesser für innovative Ideen, aber das wollen MAGICK TOUCH auch gar nicht. Das Trio möchte einfach unterhalten und dem Hörer eine gute Zeit verschaffen - und das gelingt ihnen bisher eindeutig.

Erstes, klitzekleines Manko: Würden MAGICK TOUCH ihren Stiefel runterspielen und solide bis großartige Hardrocker abliefern, wäre alles tutti. Allerdings fühlen sie sich dazu berufen, sowas wie eine Powerballade ('Ready For The Quake') einzustreuen, was etwas den Partycharakter der Platte stört. Der Song an sich ist nicht schlecht umgesetzt, aber mehr als durchschnittlich ist er halt auch nicht. 'Bad Decisions' im Anschluss ist dann typischer Classic-Rock, der einen ungewohnten Bass-Sound mitbringt und leider im Chorus nicht gänzlich überzeugt. Dafür ist das Solo ziemlich cool.

Mit 'Waiting For The Parasites' und 'Daggers Dance' liefern MAGICK TOUCH noch zweimal Songs, die mächtig arschtreten. Überflüssig kann man dagegen 'Phantom Friend' bezeichnen, da das Lied null Mehrwert hat und vor sich hinplätschert.

Der letzte Song 'Doomsday I'm In Love' ist die spannendeste, weil untypischeste Komposition auf dem Album - etwas abseits des Grundtenors zeigt der Song tolle Facetten einer Band, die mit Herzblut agiert und hier beweist, das auch songwriterisch einige spezielle Ideen vorhanden sind. Runder Abschluss einer unterhaltsamen Platte.

Album-VÖ: 26.06.2020