(Uncle M Music)

Entstanden aus den Post-Core-Lieblingen Fire In The Attic und Days In Grief haben sich die Kölner KMPFSPRT mittlerweile zur Vorzeigeband im Genre gemausert. Die Jungs sind nicht verlegen, um neue Stile in ihre prägnante Musik einzupflechten, so dass die bisherigen Alben "Jugend Mutiert", "Intervention" und "Gaijin" vom abwechslungsreichen Songwriting profitiert haben und das Quartett zu einer der spannendsten Gruppen hierzulande macht.

Album Nr.4 (übrigens mit dem vierten Schlagzeuger eingespielt) ist selbstbetitelt, folgt einem Konzept (Köln, hahaha) und zelebriert zehn Song in zehn Minuten. Hardcore galore könnte man meinen - und im Grunde ist es auch so! 🙂

'Ich Fahr' Schwarz' gibt mal den Takt in 21 Sekunden vor. Da bleibt wenig Zeit für Refrains, trotzdem irgendwie zupackend. 'Black Jeans, Black Shirt, BlaeckFooes' nimmt sich nicht minder zurück, hat aber eine Minute mehr Zeit sich zu entfalten. 'I Hate Ehrenfeld' ist dagegen fast schon Mid-Tempo und bohrt sich in den Gehörgang - spätestens beim siebten Hören sitzt das Ding bombenfest.

Eine klare Message wird innerhalb 13 Sekunden bei 'Nazis Raus Aus Köln' transportiert - wobei Nazis an sich gerne alle sterben können. Damit ist das kürzeste Lied aber noch nicht gekührt - diese Ehre hat das neunsekündige 'Kein Wort' - was dem Titel nicht gerecht wird, weil trotzdem irgendwas unverständlich ins Mikro gebrüllt wird.

'Strassen Meiner Stadt', 'Alle Wege Führen Zum Dom' und 'Kneipenpazifisten' sind ein perfektes Dreigestirn aus kurzen, eingängigen Punkrock-Brechern, die den Hardcore inhaltiert haben. Mich erinnert das Ganze an die geniale DeutschPunk-Platte "Deine Szene Ist ein Zombie" von NeinNeinNein. Hier wie da gibt es einprägsame Zeilen, wenig Sing-A-Longs und pure Aggressivität, die sich im sympathischen Gesamtkonzept Bann brechen.

Warum also nicht? Nette Idee, coole Umsetzung - und Vorfreude auf weitere Songs von KMPFSPRT, die sich vielleicht wieder mehr Zeit nehmen und ins Detail gehen.

EP-VÖ: 17.07.2020