(Pure Noise Records/ Soulfood)

Der positive Nebeneffekt, dass ein rechter Idiot wie Donald T. das Sagen hat, besteht darin, dass sich Aktivisten neu formiert haben und der Protest gegen gesellschaftliche Ungleichbehandlung, gegen Rassismus und Lobbyismus massiv ausgeweitet und präsenter den je stattfindet. Im Zuge dessen, sind auch die Messages von politisch aktiven Punkbands konkreter und weniger "zwischen den Zeilen" versteckt. Der Wille, das System zum Positiven zu verändern - das große Ziel, welches eine Gesellschaft ermöglichen kann, in dem Faschismus, Homophobie, Rassismus, Sexismus geächtet werden und Menschen- und Tierrechte das oberste Gut ist. Eine Vision, die unrealistisch klingt, aber nicht aufgegeben werden darf.

STRIKE ANYWHERE melden sich nach fast einer Dekade mit neuer Musik zurück. Und alles ist beim Alten. 🙂 Die EP "Nightmares Of The West" hat sieben Tracks an Bord, die den Sound von STRIKE ANYWHERE quasi selbst imititieren. Hier erlebt der Hörer die konsequente Weiterführung des letzten Studioalbums "Iron Front" (2009). Melodie trifft auf angenehme Härte, gesanglich einzigartig vorgetragen von Frontmann Thomas Barnett, der zwischenzeitlich mit dem Projekt Great Collapse für Furore in der Szene sorgte. Inhaltlich muss man keine große Interpretations-Koryphäe sein, um die wütend-verzweifelten Texte einzuordnen. Die Kritik am aktuellen Status Quo ist wichtiger denn je und STRIKE ANYWHERE verlieren keine einzige Sekunde mit überflüssigen Sperenzchen, sondern fokussieren sich auf den Song. Dass immer ein Hauch Optimismus mitschwingt, ist der großartigen Fähigkeit der Musiker zuzurechnen, die es schaffen, ihr Songwriting leichtfüßig und dennoch kompakt auf den Punkt zu präsentieren.

Mit dem Coversong 'Opener' wird übrigens kongenial den London-Punks Blocko Tribut gezollt. Der Track reiht sich ein in eine Sammlung von fantastischen Kompositionen, wie sie nur STRIKE ANYWHERE zusammenschrauben können.

"Nightmares Of The West" ist ein wütendes Statement, welches glücklich macht. Es tut gut zu wissen, dass STRIKE ANYWHERE wieder da sind und den Finger in die blutende Wunde des politischen Irrsinns legen.

Album-VÖ: 17.07.2020