(BMG Rights Management/ Warner)

Album Nr. 11 von THE PRETENDERS. Seit über 40 Jahren ist die Gruppe um Frontfrau Chrissie Hynde mittlerweile unterwegs und hat großartige Hits abgeliefert. Den Punk im Herzen haben sie auch auf "Hate For Sale" nicht verloren, man könnte sogar meinen, dass nochmal sämtliche Energie und Kreativität der letzten vier Dekaden in das vorliegende Werk eingeflossen sind und das Ergebnis als fokussiert-komprimiertes Album nun zugänglich gemacht wird. Um mal ein kleines Fazit vorzuziehen: Soviel Bock auf Rock 'n Roll und Punkrock war lange nicht zu spüren. Die Lust am Krach beschreibt Frau Hynde beim Statement zum Titeltrack wie folgt: "Nun, wir alle lieben Punk. Man könnte wohl sagen, dass man den Titelsong von "Hate For Sale“ als unseren Tribut an die Punkband bezeichnen könnte, die ich als die musikalischste in ihrem Genre betrachte – The Damned."

Genau dieses Gefühl wird über die gesamte Laufzeit transportiert. Wenn man sich durch das Album hört, erlebt man eine Band, die frisch und frei ihre Idee des Rock 'n Roll präsentiert und dabei eine Energie aufbaut, die manch Newcomern komplett abgeht. Ohne jeglichen Druck irgendwem irgendwas beweisen zu müssen, liefern THE PRETENDERS zehn Songs ab, die nonchalant vorgetragen sind und gerade diese Coolness macht die Lieder besonders. Die Stimme von Chrissie Hynde (wird bald 69) wird von Jahrzehnt zu Jahrzehnt sexier und einprägsamer. 'The Buzz' oder 'Turf Account Daddy' beweisen eine Entspanntheit, die für glückseliges Grinsen sorgen.

Dass das Quartett auch weiterhin einnehmende und v.a. wunderschöne Balladen fabrizieren kann, zeigen 'You Can't Hurt A Fool', 'Maybe Love Is In NYC' oder 'Crying In Public' auf beeindruckende Art und Weise. Aber vor allem die Rock-Songs 'I Didn't Know When To Stop', 'Didn't Want To Be This Lonely' oder 'Junkie Walk' machen aus einem soliden Werk eine besondere Platte.

THE PRETENDERS haben mit "Hate For Sale" eine eindrucksvolle Platte produziert, die der Band ein weiteres Highlight in einer fantastischen Diskographie beschert und alte wie neue Fans begeistern kann.

Album-VÖ: 17.07.2020