(Freakout Records/Kuroneko)

Mit SMOKEY BRIGHTS schwappt eine der angesagtesten Bands aus Seattle nach Europa rüber. Die Discographie des amerikanischen Quartetts zieren bereits zwei Longplayer, doch mit "I Love You But Damn" scheint nun der große Wurf gelungen. Der anspruchsvolle Pop der Band ist deutlich weiter ausgereift und braucht den Vergleich zu den musikalischen Vorbildern Fleetwood Mac oder Abba nicht zu scheuen.

Im Zentrum der Musik von SMOKEY BRIGHTS steht das Front(Ehe)paar Ryan Devlin (Gitarre und Gesang) und Kim West (Keyboard und Gesang). Ergänzt durch Drummer Nick Krivchenia und Bassist/Sänger Luke Logan, sind die gestochen scharfen Disco-Grooves und dreistimmig gesungenen Harmonien voluminös und ansteckend.

Bereits der Opener 'Save Us Sara' ist einnehmend und fordernd zu gleich. Fast schon eine kleine Popsensation, welche nicht nur mit ordentlich Zucker überzogen ist, sondern auch ein Gitarrensolo zum dahinknien mitliefert:

Das die verschiedenen Stimmen der Band ein wahres Faustpfand darstellen, beweist auch das folgende '72', auf welchem Kim West die Lyrics zu einnehmenden Discobeats singt. Der Song ist auch mit einem wunderbaren Video bebildert worden:

In ihrer Vielseitigkeit und ihren Stimmlagen erinnert die Band neben Fleetwood Mac auch an die Indieheroen von Arcade Fire. Beim anschließenden 'Cruel' hört sich West nämlich schon verdammt nah nach Arcade Fires Régine Chassagne an. All diese Referenzen und Schubladen wirken sich aber in keiner Weise negativ auf den Hörspaß von "I Love You But Damn" aus, denn die Band besitzt neben ihrer hohen Wandelbarkeit und einen gewissen eigenen Stil, der immer dann durchbricht, wenn die Band ihre Soul und Blues Elemente miteinander kreuzt ('I Won't Lie For You'; 'Hey California'). Und das die Band auch dafür sorgt, dass man das Tanzbein auf dem Discoparkett zu ihrer Musik schwingen kann ('Since 85'; 'Dance Until We Die') macht sie live sicherlich zu einer ganz besonderen Empfehlung. Die solide Produktion von Andy Park (DeathCabforCutie, Noah Gunderson, Ciara, MacMiller) tut ihr übriges und garniert den ohnehin schon guten Bandsound somit mit Hits, Hits, Hits. Auf der Suche nach dem Haar in der Suppe lässt sich höchstens anmerken, dass es für meinen Geschmack auch mal hie und da zu getragen wird ('I Love You But Damn', 'Shelter Me')

Der Song für die Playlist/das Mixtape: 'Save us Sara'

Album-VÖ: 10.07.2020