(Century Media Records/ Sony Music)

Das aus Stockholm stammende Quartett DEAD LORD präsentiert dieser Tage ihr viertes Studioalbum "Surrender". Inspiriert von klassischen Hardrock und/ oder Heavy-Metal-Bands wie Iron Maiden oder Thin Lizzy versuchen DEAD LORD dem Genre ihren Stempel aufdrücken und sind in ihrem Metier schon recht erfolgreich - immerhin haben es die beiden Vorgängerplatten "Heads Held High" und "In Ignorance We Trust" kurzzeitig in die deutschen Albumcharts geschafft. Seit jeher ist die Truppe bei Century Media unter Vertrag, was offensichtlich eine fruchtbare Partnerschaft hervorgebracht hat.

Wer ohnehin Freund der Musik von DEAD LORD ist, kann dieses Review ab hier abbrechen und sich ungesehen/ungehört das neue Album anschaffen - denn viel Veränderung oder Innovation war erstens nicht zu erwarten und wird zweitens auch gar nicht versucht. Die Band um Sänger und Gitarrist Hakim Krim macht halt das, was sie am Besten können: Straighten Classic-Rock zelebrieren, dabei immer Zeit finden für ein schickes Gitarrensolo und den Oldschool-Sound der späten 70er mit viel Charme und Sympathie in die Jetztzeit transportieren. Fazit: Mission erfüllt. Als Höreindruck für Einsteiger seien die angehängten Videos zu 'Distance Over Time', 'Letter from Allen St.' und 'Evil Always Win' zu empfehlen. Diese zeigen ein breites Spektrum des DEAD LORD-Universums.

Auch 'Messin' Up' sollte nicht unerwähnt bleiben, ein Song der Tom Petty-Entspanntheit und Status Quo-Eingängigkeit vereint. Mit 'Dark End Of The Rainbow' wagen sich DEAD LORD sogar etwas aus ihrer Komfortzone, denn so radiokompatibel habe ich die Schweden noch nie erlebt. Wenn man also neue Elemente bei den Jungs entdecken möchte, sind es die zuweilen popaffinen Momente, die den Songs eine Catchyness verpassen, die angenehm ins Ohr geht, aber nie aufgesetzt oder zu gewollt klingt.

'Gonna Get Me' und 'Dystopia' zeigen wiederum eine Band, deren Mitglieder ihre musikalische Sozialisierung mit 70er-Rock jeglicher Couleur erfahren haben - sei es nun Deep Purple, Creedence Clearwater Revival oder Lynryd Skynyrd. Es finden sich jederzeit Aspekte in der Musik von DEAD LORD, die die erwähnte Epoche mit viel Respekt einfängt und neu auflegt ohne Gefahr zu laufen als bloße Plagiate abgestempelt zu werden.

DEAD LORD machen nicht anderes als ihren erprobten und für gut befundenen Sound weiterzuführen - und das ist gut so, denn mit "Surrender" ist den Nordlichtern mal wieder ein unterhaltsames und mehr als solides Album geglückt.

Album-VÖ: 04.09.2020