(SharpTone Records)

Australien scheint echt ein gutes Pflaster für den Metalcore zu sein. Ganz vorne spielen natürlich Parkway Drive mit und dann sind da noch großartige Bands wie Polaris, Northlane, Deez Nuts und viele andere. Schon mit ihrer letzten EP "Fault" und vielen Support-Slots hierzulande machten aber auch ALPHA WOLF auf sich aufmerksam. Mit "A Quiet Place to Die" liegt nun das erste Album in der jetzigen Besetzung und das Zweite überhaupt vor.

Los geht es auch sofort mit dem Titeltrack 'A Quiet Place to Die', welcher, trotz kurzer Laufzeit von nur zweieinhalb Minuten, lange Zeit recht ruhig bleibt, dann aber ordentlich loslegt. Insgesamt spielen ALPHA WOLF auch eher eine härtere Form des Metalcores, die etwas zum Deathcore neigt. Deswegen knallt es auch beim folgenden 'Creep' gewaltig und wer die Jungs schonmal live gesehen hat der weiß, dass das Stück bei Konzerten so richtig abgehen wird. 'Golden Fate; Isolate' macht da auch nicht wirklich etwas anders. Die Agressionen stimmen und das muss halt reichen.

Insgesamt sollte man hier keine Überraschungen erwarten, da fast alle Lieder nach demselben Schema aufgebaut sind. Die Band will straighten Metalcore der Marke "Voll in die Fresse" spielen und das machen sie auch. So hört sich dann eben auch 'Akudama' an. 'Acid Romance' wartet dann erfrischenderweise mit Turntable-Scratches und leichten Rap auf den Hörer und erinnert so ein bisschen an den guten alten Nu Metal, welcher auf ein Deathcore-Gerüst trifft. Das bei dem Titel 'Rot In Pieces' ordentlich geknüppelt wird sollte wohl niemanden verwundern. Ein bisschen ruhiger steigt man in 'Bleed 4 You' ein und tatsächlich ist es das melodischste Lied bisher, was nicht zuletzt an Gastsängerin Lizi Blanco liegt. Das man eine Nummer zurück schaltet gefällt mir hier sehr gut und birgt auch mal mehr Abwechslung in sich.

'Ultra-Violet Violence' geht da eher dem Motto langsam aber heftig nach. Auch zu 'The Mind Bends A Will of It's Own' bleibt mir eigentlich wenig zu sagen. Ein paar Blastbeats hier, ein bisschen Gegrowle da und fertig ist die Nummer. Natürlich ist es nicht so einfach, aber mir bleibt hier einfach zu wenig hängen. 'Restricted (R18+)' hat wirklich harte Lyrics und es existiert auch ein bedrückendes Musikvideo zum Song. Nur soviel sei gesagt, es geht um Missbrauch und Suizid, eine Warnung ist deswegen hier angebracht. Also alles andere als leichte Kost, aber ein sehr starker Beitrag. Abgeschlossen wird das Album mit 'Don't Ask...' welches sich als überraschend melodisch heraustellt, ohne aber mit dem typischen Stil der Band zu brechen. Für mich wirkt der Song damit deutlich emotionaler und ich hätte mir gerne mehr Lieder in dieser Richtung gewünscht,

ALPHA WOLF funktionieren live wirklich großartig und haben bei mir schon oft den Abend richtig gut angeheizt. Auf komplette Albumlänge sind mir die Stücke aber etwas zu gleich, was aber auch daran liegen mag, dass ich meinen Metalcore gerne etwas melodischer habe. Wer es aber geradeaus hart und heftig mag, der findet in "A Quiet Place to Die" genau das richtige Album.

Album-VÖ: 25.09.2020