(SharpTone Records)

KINGDOM OF GIANTS wurden 2011 gegründet und doch habe ich eigentlich die Kalifornier nie so wirklich wahrgenommen. Dabei steht mit "Passenger" nun schon der vierte Langspieler vor der Tür und mit melodischem Metalcore kann man immer versuchen mich zu kriegen.

Den Einstieg mit 'Two Suns' kann man als gelungen bezeichnen, harte Shouts wechseln sich mit gutem Cleangesang ab und auch die instrumentale Seite weiß zu gefallen. Nichts was man nicht so schonmal gehört hätte, aber doch einfach unterhaltsam. Die Synthiesounds bei 'Night Shift' sind wirklich sehr gut in den Song eingearbeitet und tragen viel dazu bei, dass das Stück sich vom 08/15 Metalcore abheben kann. 'SYNC' erinnert grade in den cleanen Teilen des Songs sehr an Bring Me The Horizon, wobei man nie an deren Leistung anknüpfen kann. 'SIDE EFFECT' steht als nächstes an und wieder ist es eine gute Leistung ohne dabei durch irgendwelche Elemente besonders hervorstechen zu können.

Tiefe Bässe bringen die Boxen bei '00397' zum wummern, bevor mit 'Burner' der nächste vollwertige Song ansteht. Und der Name ist hier wirklich Programm, ist es das Lied mit dem höchsten Hitpotential auf "Passenger" bisher, auch wenn es die Formel nicht neu erfindet und sehr ähnlich zu den anderen Stücken aufgebaut ist. Das ändert sich mit 'Wayfinder' aber schlagartig und die Scheibe wird auf einmal deutlich interessanter als zuvor. Die 80er Vibes werden dank Synthesizer immer prägnanter und die Melodie geht einem sehr schnell ins Blut über.

Photo courtesy of SharpTone Records

'Blue Dream' kommt passend zum Titel sehr verträumt daher und ist damit auch recht gefällig. Zu 'Sleeper' und 'Bleach' kann ich eigentlich nicht viel zu schreiben, daher widme ich mich gleich 'Lost Hills', welches mir grade in den ruhigeren Teilen richtig gut gefällt und auch 'The Ride' ist ein befriedigender Abschluss.

"Passenger" ist echt ein rundes Metalcore Album, bei dem vor allen der Einsatz von Synthesizern hervorsticht. Es lässt sich wirklich sehr gut weghören, aber so wirklich viel bleibt dabei dann auch nicht hängen. Ein so richtiger Hit fehlt mir persönlich auch. KINGDOM OF GIANTS haben auf jeden Fall viel Potential, aber mit diesem Album kann man sich in meinen Augen noch nicht mit genügend Alleinstellungsmerkmalen auf dem großen Metalmarkt platzieren. Denn neben dem Synthiebonus hört sich der Rest doch zu sehr nach dem kleinen Einmaleins des Metalcore an.

Album-VÖ: 16.10.2020