(Backseat/Soulfood/Believe)

Die Corona-Krise bremst so ziemlich jeden musikalischen Künstler dieser Welt aus. Da kann man es sich kaum vorstellen, dass es bei wenigen Ausnahmen zum Karriere-Boost durch die Krise kam. Eine dieser Ausnahmen dürfte das niederländische Quintett DI-RECT sein, welche mit den ersten beiden Singles ihres kommenden Albums bisher nicht geahnte kommerzielle Erfolge feiern konnten.

Die erste Single des neuen Albums "Wild Hearts" brach in den Niederlanden gleich alle Dämme: Auf Spotify wurde die Pop-Ballade 'Soldier On' bereits über 15 Millionen Mal gestreamt. Erklärung: der Titel wurde zur Hymne für die in der Corona-Krise zu Helden erklärten Pflegekräfte und Krankenhausmitarbeiter*innen. Somit stand der Track über 10 Wochen auf #1 der niederländischen Airplay-Charts, sodass er Gold-Status erlangte.

Anfang September folgte mit 'Color' die zweite Vorabsingle, ein energetischer Rock Song mit catchy Gitarrenriffs und einmal mehr starker Präsenz des Sängers Marcel Veenendaal:

Ende Oktober folgt jetzt endlich der komplette Longplayer, welcher zehn Tracks beinhaltet die es sich irgendwo zwischen Coldplay und den Killers gemütlich machen. Doch wo die Referenzen auf Pop-Bombast und Stadionhymnen setzen, da legen DI-RECT in puncto Experimentierfreudigkeit noch einen drauf. Im Kern besteht die Band zwar lediglich aus Marcel Veenendaal (Gesang), Frans ‚Spike‘ van Zoest (Gesang/Gitarre), Bas van Wageningen (Bass), Jamie Westland (Drums) und Paul Jan Bakker (Gitarre), aber wer die Band einmal livehaftig auf einer Bühne erleben konnte, der weiß bestens darum Bescheid, dass die Soundentwürfe und Arrangements noch mehr zulassen. So tourt man regelmäßig mit 9-köpfiger Besetzung und entfacht auf und vor der Bühne wahre Energieexplosionen. Erfreulicherweise rettet die Band die Live-Energie mit auf ihre neuste Albumveröffentlichung, man höre exemplarisch 'No Goodbye'.

Lyrisch bewegt man sich laut Sänger Veenendaal mit dem neuen Album auch in einem neuen Terrain. Waren die alten Stücke der Band stets sehr ausdifferenziert, so sind die meisten Texte nun vielschichtiger und mehrdeutiger. Das große Ass im Ärmel von DI-RECT ist ohnehin der Sinn für Melodien und Harmonien. Und so schafft man es dann auch ein 10-Track Werk ohne jeden Durchhänger zu kreieren.

Der Song für die Playlist/das Mixtape: 'No Goodbye'

Album-VÖ: 23.10.2020