(Spinefarm Records)

Entsprechend ihrer Veröffentlichungs-Philosophie folgt auf ein Album, eine EP. Nach der letztjährigen "War Music"-Platte (Rezi anbei), reichen REFUSED nun also mit "The Malignant Fire" die Extended Play nach.

REFUSED – War Music

Der bereits vom Studioalbum bekannte Track 'Malfire' steht am Anfang und lässt vier neue Songs auf die werten Polit-Hardcore-Fans los. Mit einer Coverversion geht es dann weiter - und dies ziemlich ungewöhnlich. Die Landsmänner von Swedish House Mafia haben seinerzeit einen veritablen Hit mit 'Greyhound' gelandet und konnten mit dem pumpenden EDM einige Akzente setzen. Das dabei verwendete Gitarrenriff ist jetzt der Überbau für die Variante von REFUSED. Da der Song natürlich mit einem (anderen) Text veredelt wurde, ist der Titel in 'Born On The Outs' umbenannt worden. REFUSED sind und waren bekannterweise immer offen für andere Genres und probieren sich aus - gerade für das Format EP bietet sich eine gewisse Experimentierfreudigkeit an (siehe Video unten).

'Organic Organic Organic (Go Fuck Yourself)' überrascht dagegen mit dem Mangel an Überraschung - im Grunde eine kleine Fingerübung der Schweden, die rhythmische Komponente ist eher langweilig, der Gesang klingt nach Nathan Gray. Eine okaye B-Seite im Vergleich zu vergangenen Großtaten von REFUSED. 'Faceless Corporate Violence' hat dann diese notwendige Wut und die Fokussiertheit in der musikalischen Umsetzung, die REFUSED so großartig machen (immer noch!). Und auch der Abschlusstrack 'Jackals Can't Be Bothered To Dream' klinkt sich dort ein und macht aus der "The Malignant Fire"-EP ein Stück Musik mit Mehrwert. Gerade die letzten beiden Songs beweisen, dass REFUSED noch immer diese latente Aggressivität in sich tragen, die aus 08/15-Kompositionen Ereignisse generieren.

REFUSED liefern mit ihrer EP "The Malignant Fire" fünf Songs, die für den Happen zwischendurch zu schade sind, weil sie einiges an Potenzial mitbringen (zumindest teilweise), um zu Songlieblingen zu avanchieren.

EP-VÖ: 20.11.2020