(Arising Empire)

Die Schotten von TO KILL ACHILLES fahren auf ihrem zweiten Album "Something To Remember Me By" ganz große Geschütze auf. Das liegt aber nicht nur an ihrem energiegeladenen Metalcore-Sound, sondern am Konzept des Albums. So erzählt es die Geschichte eines jungen Mannes der an seinem 25. Geburtstag aufwacht und sich genau ein Jahr später das Leben nimmt. Jedes Lied beschreibt dabei einen Monat in eben diesem Jahr. Da es aber 14 Stücke sind, gibt es auch noch zwei Reflexionsphasen. Als ob das nicht interessant genug wäre, sind die Geschichten in den Liedern nicht erfunden, sondern beruhen immer auf Erlebnissen von einem der fünf Bandmitglieder. Soweit so spannend, nun muss das Ganze natürlich auch noch musikalisch überzeugen können.

Fette Hardcore-Riffs knallen dann bei 'Fourpercent' auf einen hernieder und sorgen für einen recht harten und herben Start. Die Lyrics sind von Start weg super emotional und zeigen die Verzweiflung unseres Protagonisten gut auf. Mit 'In Vain' wird es dann eine Spur melodischer und auch eingängiger, der Gesang kommt dabei besonders stark zur Geltung. Mit 'Luna et Altum' steigert sich dies sogar nochmal und gipfelt am Ende in einem packenden Klavierstück, welches für eine wohlige Gänsehaut sorgt.

'Oh God, I've Never Felt This Low' wird dann mit seiner wunderschönen Melodie, und dem packenden Gesang, zur emotionalen Dampfwalze. So traurig der Inhalt ist, umso schöner kommt das Lied an sich daher. Wir sind jetzt musikalisch eher in einer seichten und fast verträumt wirkenden Art von Musik angekommen, welche in 'Black Marble' ihr vorläufiges Ende findet. Denn bereits bei 'When You Live With Ghosts, You Don’t See The Dead' geht es wieder etwas rockiger zur Sache, wobei die Melodie ständig im Vordergrund steht. Bei 'Agnostic' flüchtet sich unser Protagonist in den Alkoholmissbrauch und der komplette Fokus liegt hier eigentlich auf den schmerzhaft gesungenen Texten. 

Photo Courtesy of Arising Empire

Richtig packend geht es mit 'On My Mind' weiter, welches sich mit dem Beziehungsleben befasst und einfach unglaublich gut geworden ist. Wahrscheinlich stellt es mit mein Lieblingsstück auf "Something To Remember Me By" dar. Aber das hohe Niveau wird von 'There’s No Right Way To Say This…' ziemlich gut gehalten. Tatsächlich ist es schwer die einzelnen Stücke zu beschreiben, da ja alles eine fortlaufende Geschichte ist und die Musik sich dabei thematisch öfter anpasst. Aber hier gibt es jetzt mal ein astreines Gitarrensolo und das sollte man einfach mal hervorheben.

'Venom' hat eine recht düstere Stimmung und das auch zurecht, so hat unser Hauptcharakter nun immer mehr Suizidgedanken. Daher passt es wie die Faust aufs Auge, dass man wieder agressiver daher kommt. Im krassen Gegensatz dazu steht 'We Only Exist When We Exist Together' welches mit einer handvoll Riffs fast minimalistisch daher kommt, aber die wichtige Botschaft der CD an den Hörer weiterträgt und damit absolut lebensbejahend daherkommt. Hoffentlich kann dieses Stück Musik für manche Leute eine Hilfe sein.

Mit recht punkigen Riffs kann '21:36' aufwarten und auch die Geschwindigkeit nimmt hier deutlich zu, man befindet sich ja auch langsam auf der Zielgeraden. Das Wortspiel 'Beautiful Mourning' kommt nicht von ungefähr, so behandelt das Stück den Tod der eigenen Mutter, während der Sohn noch ein Kind war und denn so nie verblassen wollenden Schmerz. Eine Akustikgitarre, eine einschneidende Stimme und ein bisschen Rauschen der Brandung. mehr braucht es nicht um mit 'Something To Remember Me By' einen stark emotionalen Rauswurf aus dem Album zu generieren.

Wow, was für eine packende Reise es doch war. Dies liegt hauptsächlich an den emotionalen Texten und der wirklich packenden Stimme des Sängers Mark Tindal. Musikalisch erwarten einen nicht die größten Überraschungen, aber alles ist sehr gut auf die Texte abgestimmt. Es ist wirklich schwer die Lieder als einzelne Elemente zu sehen, da "Something To Remember Me By" erst komplett und in der richtigen Reihenfolge gehört, so richtig zu zünden weiß. Auf jeden Fall ist TO KILL ACHILLES mit ihrem zweiten Album ein echter Treffer geglückt, der dank seiner emotionalen Härte, aber nicht für jeden etwas sein dürfte.

Wenn du als Leser, dich in den Texten wiederfindest, dann denke an die Botschaft der Band und gib dich nicht auf sondern gehe zu einer dir wichtigen Person und rede über deine Probleme, denn 'We Only Exist When We Exist Together'!

Album-VÖ: 05.02.2021