(Earache Records)

LOVE AND DEATH ist bekanntlich das Soloprojekt von Korn Gitarrist Brian Welch, welcher damit beweist, dass er auch ein ziemlich guter Sänger ist. Das Debütalbum ist inzwischen satte acht Jahre alt und nun steht mit "Perfectly Preserved" endlich der Nachfolger in den Startlöchern. An den Drums ist nun Isaiah Perez am Start und Breaking Benjamin Gitarrist Jasen Rauch, hat sich die Bassgitarre umgeschnallt. Grade letztere Besetzung soll sich auf dem Album durchaus hörbar niederschlagen.

'Infamy' ist ein sehr ruhiger, von einem Klavier getragener Song und stellt eher eine Art verlängertes Intro dar, bevor es mit 'Tragedy' so richtig los geht. Man merkt direkt das Jasen, das Album mit geschrieben hat, so werden doch ziemlich viele Erinnerungen an  Breaking Benjamin in einem geweckt. Ein durchaus solider Einstieg, der aber noch Platz nach oben lässt. 'Down' erinnert hingegen deutlich mehr an Korn und gefällt mir durchaus ein bisschen besser und tatsächlich wirkt es schon wie ein kleines Revival der 2000er Jahre.

Nun heißt es Coverzeit mit 'Let Me Love You', einem Song von DJ Snake, welcher im Orginal von Justin Bieber gesungen wird und wahrscheinlich jeder Leser schonmal gehört hat. Der Gastgesang von Lacey Sturm bringt eine schöne weibliche Note in das Stück und insgesamt ist es ein recht gelungenes Cover, welches aber auch gar nicht so viel härter als die Vorlage daherkommt. Auch 'The Death Of Us' kommt als ein sehr zugänglicher Rock Song daher, der nur selten versucht seine Grenzen zu sprengen. 'Slow Fire' macht seinem Namen alle Ehre und brennt eher langsam, ohne dabei viel Eindruck zu hinterlassen, was vor allem daran liegt, dass sich die Lieder viel zu wenig von einander unterscheiden.

Photo by Sam Link

'The Hunter' wartet dann mit einem weiteren Gast auf und zwar handelt es sich dabei um Keith Wallen und damit einem weiteren Musiker aus dem Hause Breaking Benjamin. Leider gibt es sonst nicht viel zu dem Lied zu berichten. 'Lo Lamento' ist inzwischen bereits fünf Jahre alt, findet sich aber auch, mit der aktuellen Besetzung eingespielt, auf "Perfectly Preserved" wieder. Das ist auch gut so, denn es hat noch einen etwas anderen Klang und kann so dem etwas generischen Mischmasch der Platte entfliehen.

Bei 'Affliction' bleibt dann immerhin der Gesang recht positiv hängen, so richtig zünden will das Ganze aber auch hier nicht. Zum Abschluss wird mit Ryan Hayes dann tatsächlich nochmal ein Gast mit an Bord geholt, welcher mit seinem Gesang frischen Wind und nötige Härte mit ins Spiel bringt. Leider ist sein Auftritt nur von sehr kurzer Dauer, aber trotzdem ist 'White Flag' ein gelungener Endpunkt.

Grade mal 32 Minuten ist "Perfectly Preserved" lang und doch fühlt man sich danach leicht übersättigt. Das liegt daran, dass die meisten Lieder einfach viel zu ähnlich aufgebaut sind und man manchmal gar vergisst, dass man bereits ein Stück weiter ist. Manchmal kommt mehr Korn durch und ein anderes Mal mehr Breaking Benjamin, aber im Endeffekt ist alles zu ähnlich. Als kurze EP hätte das vielleicht funktioniert, aber für ein Album ist das einfach zu wenig. LOVE AND DEATH bleiben dadurch deutlich hinter meinen Erwartungen zurück, da Monotonie hier leider an der Tagesordnung steht, welches besonders schade ist, da die Lieder an sich gar nicht so verkehrt sind.

Album-VÖ: 12.02.2021