(Euphorie Records/V2 Records/The Orchard)

Sobald die Clubs wieder öffnen und Livekonzerte möglich sind, sollte der Besuch einer EUT Show auf der To-Do-List stehen. Mit ihrem zweiten Album liefern die Amsterdamer nämlich den passenden Soundtrack für einen Abend in der verschwitzten Menge.

Das Album "Party Time" ist das zweite der Amsterdamer Band um Megan, Tessa Raadman und Emil de Bennie (beide Gitarre), David Hoogerheide (Bass) und Jim Geurt (Schlagzeug). Als Vorab-Nummern wurden die die Singles 'It's Love (But It's Not Mine)', 'Cool' und der Titeltrack 'Party Time' ausgekoppelt:

Wer sich jetzt durch die drei Videos geklickt hat, der hat zum ersten einen sehr guten Eindruck davon erhalten, wie "Party Time" über die volle Distanz klingt und zum zweiten dürfte man akuten Bock haben den Indiedancefloor zu entern. Momentan leider schwierig und so kann man sich fragen ob die Platte vielleicht zu einer Unzeit veröffentlicht wird. Dem würde ich jedoch nicht zustimmen, denn jeder der Songs auf "Party Time" besitzt das Potential, das Leben augenblicklich zu einem besseren zu machen.

Zum Start leiht man sich bei 'What gives you the kicks' die Gran Turismo Gitarren von den Cardigans und während man im Kopf nach artverwandtem kramt, dürfte einem spätestens bei 'Had Too Much' eine klangliche Nähe zu Shirley Manson und ihrer Band Garbage in den Sinn kommen. 'Stuck' ist lyrisch schon verdammt grenzwertig („i'm stuck under a rock / teach me how to fuck / fuck up my mind / leave it all behind“), sticht aber mit einem coolen Interlude. Die zweite Albumhälfte gerät sehr heterogen. Nummern wie 'When I Dive' treten leicht auf die Euphorie-Bremse, während 'Killer Bee' sich gefährlich nah am EDM-Sound bewegt.

Als Fazit bilanzieren wir ein gut geöltes Indie-Alternative- Album, welches unter dem Titel "Party Time" keinen Etikettenschwindel betreibt.

Der Song für die Playlist/das Mixtape: 'Party Time'

Album-VÖ: 19.02.2021