(Motörhead Music/ Silver Lining Music)

Vom Roadie von Motörhead zum Plattendeal auf Motörhead Music. Besser kann es kaum laufen für einen Hardrocker, der sein Herz an die Heavy-Music verloren hat und seinem persönlichen Helden Lemmy Kilmister nacheifern möchte. Patrick Alan Stone und seine Band BUDDERSIDE veröffentlichen dieser Tage ihr zweites Album namens "Spiritual Violence".

Der Promotext verortet BUDDERSIDE in der Genre-Schublade Modern Rock 'n Roll, was grundsätzlich auch nicht widerlegbar ist, wenn man sich die Platte anhört. Die Produktion ist fett und lag in der Hand von Jay Baumgardner, der bereits Bush oder Papa Roach den notwendigen Punch aufgedrückt hat. Gemastert hat ein weiteres Schwergewicht der Heavy-Szene; und zwar Howie Weinberg, bekannt für seine Arbeiten für Nirvana, Smashing Pumpkins oder Garbage. Hier hat demnach zusammengefunden, was zusammengehört. Zum Glück wirkt das Endergebnis nicht wie am Reißbrett konzipiert, sondern entwickelt seinen ganz eigenen Charakter und Charme.

Schon der Opener 'Wide Awake' zeigt eine Band, die es versteht eingängige Songs zu schreiben, die mit Wucht präsentiert werden. Musikalisch sind (auch im weiteren Verlauf der Platte) keine Überraschungen zu erwarten, aber wer sich mit den Solo-Sachen von Slash oder Alter Bridge anfreunden kann, wird in BUDDERSIDE eine gute Alternative finden können. Als Gäste konnten übrigens die Butcher Babies-Röhre Carla Harvey ('Amber Alert') und der Motörhead-Gitarrist Phil Campell ('Pardon Me') gewonnen werden, die die jeweiligen Nummern durchaus positiv veredeln.

Wenn der Sleaze-Rock der End-80er/Anfang 90er eine Entsprechung in der heutigen Zeit benötigt - Voilá - BUDDERSIDE liefern den Stoff und geben der Stilrichtung einen mächtigen Arschtritt. Große elektronische Spielereien werden zum Glück unterlassen, so dass man trotz der professionellen Produktion, dass mit Herzblut gefüllte Songwriting erkennt.

In der zweiten Hälfte des Album wird es leider teilweise etwas beliebig und spannungsarm. Schon die Ballade 'Things We Do' wirkt ziellos und macht aus einer bis dahin okayen und unterhaltsamen Rock-Platte ein ungutes Beispiel für Belangslosigkeit. Denn auch weitere Songs wie 'Feels So Good' (was sollen diese abgehackten Rhythmen?) oder 'Folsom Prison Blu' wirken irgendwie nicht zuende gedacht.

Das Ende von "Spiritual Violence" versöhnt dagegen wieder mit straighten Rockern ('Soul Searchers' und dem Uptempo-Song 'Day Go Bah').

Von der Qualität eines Motörhead-Albums sind BUDDERSIDE meilenweit entfernt, lassen aber für einige Momente aufhorchen. "Spiritual Violence" ist ein gutes Rock-Album, welchem es aber etwas an Eigenständigkeit und Wiedererkennungswert mangelt. Könnte also sein, dass die Platte bei der derzeitigen Veröffentlichungsflut unterzugehen droht. Wohlwohlende Bewertung aufgrund wirklich schmissiger Tracks, die das Album etwas über den Durchschnitt hebt.

Album-VÖ: 26.03.2021