(Through Love/Indign)

Die Schweden von YOUNG MOUNTAIN legen mit “Infraröd” ihr zweites Album vor. Die Gradwanderung zwischen Hardcore-Geknüppel, Metal und Dreampopelementen gestalten sie inzwischen noch filligraner, wie die sechs neuen Stücke beweisen.

Der irgendwie drohend wirkende Kater auf dem Cover lässt einen die Stimmung auf “Infraröd” direkt erahnen. Der düster dreinblickende Vierbeiner ist auch ein Co-Star im Clip zum Opener ‘Lovely’:

Die Kraft des YOUNG MOUNTAIN-Sounds kommt hier so unvermittelt um die Ecke wie zwei Backpfeifen im Morgennebel. Die Schellen die die Band hier verteilt, machen einen wach, neugierig und setzen einen tatsächlich in eine verheißungsvolle Stimmung, was die Band einem wohl noch bereithalten wird. In dem zu Beginn etwas schleppenden ‘Cherry Knot’ nimmt die Band dann gefühlt tausend Fadenenden gleichzeitig auf. Man hantiert über fünf Minuten mit dem Sound, lässt gar Spoken Word Beiträge einfließen und fabriziert am Ende ein völlig verknotetes Chaos. Ohne Zweifel, ein Track der für mehrmaliges Hören erschaffen wurde. Das lässt gutes für die Halbwertzeit von “Infraröd” vermuten, denn auch ‘Wildfire’ und ‘Worm’ toben sich in einer gewissen Komplexität aus. Der atmosphärische Titeltrack benötigt anschließend über vier Minuten bis zu seiner Eruption. Aber ab diesem Zeitpunkt dürfte klar sein, dass Fans von Bands wie Deafheaven hier eine weitere Herzensband finden können. Eine weitere sich aufdrängende Referenzband dürfte Rolo Tomassi sein. Vor allem der Post-Rock Closer ‘9406’ und der hier vernehmbare Stimmenwandel von Sänger Kami Kalantaris drängen diesen Vergleich geradezu auf:

Der Song für die Playlist/das Mixtape: 'Cherry Knot'

Album-VÖ: 26.03.2021