(self release)

Achtung Verwechslungsgefahr. Bei den HOT KNIVES aus New York handelt es sich nicht um die britischen Ska-Punker von The Hotknives. Der Zugang zu der Musik der Amerikaner fällt deutlich schwerer, aber wer sich in "Making Love To Make Musik To Make Love To" reinarbeitet, wird mit feinstem psychedlic Rock belohnt.

Man kann wirklich nicht sagen, dass sich HOT KNIVES anbiedern würden. Der Einstieg in ihr Album fällt mit dem neunminütigen 'Metonia' nicht gerade leicht. Es dauert über sechs Minuten bis die ersten Vocals erklingen und dem Song eine gewisse Richtung verordnet wird. Bis dahin muss man sich erst einmal durch einen ausufernden Jam kämpfen, der alles kreuzt was die Gitarren von Stoner Rock, Psychedeliic oder Post-Punk so hergeben. Auch wenn die Band auf eintrainierte Hörgewohnheiten pfeift und ihren komplett eigenen Weg geht, so macht das Album nach einer gewissen Anlaufzeit durchaus Laune. Man bekommt hier wahrhaft das Gefühl, dass die Jungs die hier musizieren, wirklich Bock haben und nicht einfach dem nächstbesten Trend hinterherrennen. 'Alhambra, Baby' ist nur ein Beispiel für die überschäumenden Spielfreude die hier zu bestaunen ist.

HOT KNIVES by Charlie Jordan

'How To Recognise Different Type Of Trees' geht die Sache zur Abwechslung mal etwas blues-getränkt an, verliert sich zum Ende aber erneut in einer experimentellen Phase. Glücklicherweise liegen genau hier die Stärken der Band und diese kommen auf ihrem Erstling vollends zur Geltung. Der DIY-Attitüde des Albums ist es also zu danken, dass diesem Musik-Trio noch nicht die Flügel durch einen externen Produzenten gestutzt wurden. Das man aber auch konventionell kann, beweist man mit 'Judas Reigns', dem Closer 'Static Bloom' und phasenweise mit dem Track 'Cossmogony'. Aber über eine Dauer von sechs Minuten können die Guitar-Heroes ihre Finger natürlich nicht stillhalten. Die zweite Songhälfte von 'Cossmogony' setzt hier ein Wahnsinnssolo ans nächste und lässt jeden Gitarrenschüler sein Instrument desillusioniert in die Ecke pfeffern. Tja, so kann das klingen – wenn man es draufhat.

Der Song für die Playlist/das Mixtape: 'Cossmogony'

Album-VÖ: 07.05.2021