Der gute alte THEES ist mal wieder umtriebig. Eben erst hat er die gemeinsame Single mit Benjamin von Stuckrad-Barre veröffentlicht, schon ist es Zeit für das nächste Projekt. Eigentlich sollte in diesen Tagen die Songs & Stories II Tour laufen. Natürlich alles pandemiegerecht. Viele der Shows wurden allerdings vom aktuellen Infektionsschutzgesetz einkassiert und so gab es am Montagabend den 03.05.2021 den maximalen Infektionsschutz in Form eines Streaming Konzertes.

Der Bremer Club100 hat Anfang des Jahres ein Konzept entwickelt, welches wieder Livekonzerte in den von uns so geliebten Clubs ermöglichen sollte. Dabei sollte die Besucherzahl an die jeweils geltenden Bestimmungen angepasst werden und alle weiteren Tickets werden als Streaming-Tickets verkloppt. Den Start machte am 14.01. Wladimir Kaminer, natürlich ohne Zuschauer. Inzwischen sind wir im Mai angekommen und der Club100 darf immer noch kein Livepublikum vor Ort zulassen. Dennoch gelingt es den Veranstaltern immer wieder schöne Konzertmomente auf die Beine zu stellen und den Leuten vor den Bildschirmen einen schönen Abend zu bereiten. So auch am 03.05.2021 mit THEES UHLMANN.

Wurde UHLMANN bei den Songs & Stories Konzerten 2020 nur von Simon Frontzek und Rudi Maier begleitet, so hat man für die Konzerte 2021 mit Schlagzeuger Max Perner wieder einen Herzschlag für die Band mit im Gepäck. Die Songs bekommen somit etwas mehr Wumms und erinnern einen wieder an den wahren Rock n Roll. Im Zentrum des Sets steht an diesem Abend ganz klar das "Junkies & Scientologen" Album. Ganze sieben Nummern wurden daraus gespielt. Mit 'Liebeslied' (Die Toten Hosen) und 'Ich sang Die Ganze Zeit Von Dir' (Tomte) finden sich die inzwischen schon obligatorischen Cover-Songs von Uhlmann. Seine Live-Premiere feiert an diesem Abend die neue Single 'Club 27', welcher aus der Feder von Popliterat Benjamin von Stuckrad-Barre stammt, der den Song zusammen mit dem Hamburger Produzenten Robin Grubert schrieb. Der recht gut abgehenden 'Avicii'-Nummer wurde zudem ein neues Antlitz verpasst. In ihrer reduzierten und balladenhaften Version kommt die Traurigkeit des Stückes zwar deutlich besser zur Geltung, Zeilen wie „elektronische Musik kann man sich nur selten schön trinken“, kann man dann allerdings nicht mehr so gut mitschmettern.

Auffällig ist das UHLMANN die Songs an diesem Abend ziemlich straight durchzieht und deutlich weniger ins Anekdotenkästchen greift, als man es zuletzt gewohnt war. Und als nach knapp 70 Minuten und 13 Songs ohne Zugabe bereits Schluss ist, steht eines fest. Wir brauchen unbedingt wieder Livekonzerte im Real-Life, denn ohne Zugabe-Rufe hätte man die Musiker sicher nicht von der Bühne gelassen.

Gelegenheit dafür besteht bei zahlreichen weiteren Konzerten mit der kompletten Band in einem pandemiegerechten Rahmen in diesem Sommer: