(Red Bull Records/Sony Music)

Nach drei Jahren sind BEARTOOTH endlich mit neuer Musik zurück. "Below" nennt sich das vierte Album, welches fast komplett auf der Welttour 2020 von Mastermind Caleb Shomo geschrieben wurde. Schon damals versprach er, dass das Album voller Härte sein wird und vielleicht sogar das agressivste Werk der Band werden könnte. Dabei machte man sich ja bisher eher einen Namen damit, das man so effektiv Härte und eingängige Melodien kombinieren konnte. Manchen Fans war das 2018er Album "Disease" aber ja auch schon eine Nummer zu soft, ist "Below" für diese Zielgruppe also nun wieder mehr etwas? Finden wir es heraus.

Beim Titeltrack 'Below' gibt es wenig Raum für Experimente, man kriegt genau den Sound welchen man von BEARTOOTH erwartet. Caleb singt dabei teils sehr agressiv und es knallt ordentlich aus den Boxen, aber auch eingängige Poppassagen muss man nicht vermissen. 'Devastation' zieht die Schrauben noch etwas fester an und startet direkt richtig wütend durch. Es scheint sich wirklich nicht um leere Versprechungen gehandelt zu haben, im Vergleich zu "Disease" scheint der Sound durchgehend bissiger zu sein. Mit "Oh-Oh"-Chören bedient 'The Past Is Dead' eher die Fraktion die BEARTOOTH wegen ihren eingängigen Melodien lieben. Ich selber zähle mich definitiv dazu und finde das Teil durchgehend super! Mit genau solchen Werken habe ich die Band lieben gelernt. Fetzige Beats, schnelle Riffs und eine Melodie die einem so schnell nicht mehr aus dem Kopf geht.

Fast schon wie klassischer Hard Rock kommt 'Fed Up' daher und erst der Refrain schlägt die Brücke zur typischen BEARTOOTH Mischung. Trotz extrem dunklen Lyrics kommt das Lied oft sehr beschwingt daher und könnte zum absoluten Hit für die Band werden. Calebs Gesang in 'Dominate' kommt hier schon recht thrashig daher und gehört mit zu dem Härtesten was man bisher zu hören gekriegt hat. Und auch der instrumentale Teil ist ungewohnt heftig, vor allem auf das Drumset wird hier ordentlich eingeschlagen. Dieser heftige Soundteppich wird auch zu Beginn von 'No Return' gehalten, wandelt sich aber des öfteren in eine deutlich lockere und leichtere Art ab.

Photo courtesy of Red Bull Records

'Phantom Pain' hat wirklich ein paar richtig gute Riffs zu bieten, aber sonst bleibt bei mir außer dem Fiinale irgendwie recht wenig hängen. Das mag auch daran liegen, dass die Abwechslung für ein Album dieser Band etwas auf der Strecke bleibt, da der Grundton fast immer dunkel und böse ist. Da ist 'Skin' doch eine schöne Auflockerung, da uns Caleb hier ausnahmsweise mal nicht durchgehend anschreit. Auch sonst kommt der Sound deutlich heller daher und lässt einem mal wieder Zeit zum Durchatmen. Die sollte man sich auch nehmen, denn bei einem Titel wie 'Hell Of It' muss man sich nicht wundern, dass wieder deutlich an der Härteschraube gedreht wird. Hier kommt wirklich kein Sonnenstrahl durch, so verdammt düster ist das Lied. Clean-Gesang und lockerer Refrain? Nix da! Hier gibt es einfach volles Pfund aufs Maul!

Schön, schnell und eingängig geht es mit 'I Won't Give It Up' weiter. Alles wirkt gleich eine Nummer freundlicher und der Song setzt sich sehr schnell im Gehörgang fest, nur um dann nochmal so richtig schön zu explodieren. 'The Answer' wirkt ein bisschen wie ein Best-Of und erinnert an so manch bereits bekanntes BEARTOOTH Lied. Persönlich finde ich das aber gar nicht so schlimm, da es einen sehr guten Schlusspunkt setzt. Aber eigentlich ist ja noch gar nicht Ende im Gelände, denn wir kriegen noch 'The Last Riff' spendiert. Keine Angst es ist nicht nur ein Riff, sondern ein weiteres Lied und es ist sogar das Längste auf "Below". Nur gesungen wird hier nicht, sondern die Gitarre steht klar im Vordergrund. Dabei wird sie so tief und langsam gespielt, dass man schon fast denken könnte man hätte es bei BEARTOOTH mit einer Doom Metal Band zu tun. Ein überraschender, aber sehr gelungener Abschluss.

Caleb Shomo hat nicht gelogen! "Below" ist das düsterste und härteste BEARTOOTH Album bisher. Denen die nach "Disease" Angst hatten, die Band würde versoften, kann ich hiermit alle Ängste nehmen. Dabei bleiben aber auch ein bisschen die melodischen Elemente auf der Strecke, bzw. sie erreichen nicht die Qualität der drei Vorgängeralbum. Wahrscheinlich braucht es auch noch ein paar mehr Durchgänge um dabei immer weiter zu wachsen. So oder so handelt es sich um ein sehr gutes Album, dass den Weg nach oben für die Jungs nur beschleunigen wird und mit seinem dunklen Ton auch irgendwie sehr gut in diese Zeit passt.

Album-VÖ: 25.06.2021