Momentan steht es ja echt nicht so rosig um die Konzertbranche und viele Bands haben schon ihre Touren für diesen Winter leider abgesagt. OCEAN GROVE sind eine aufstrebende Band aus Australien und auch da hatte ich bei dem Bekanntheitsgrad und dem langen Reiseweg ja schon fast mit einer Absage gerechnet. Aber nein, die Jungs begaben sich voller guter Laune auf die Reise und beglückten Europa mit drei Wochen voller Konzerte, wobei über die Hälfte im United Kingdom stattgefunden haben. Für die deutschen Shows hatten sie dabei die Band SENNA aus Mannheim als Support dabei.

Zum Einlassbeginn gegen 19 Uhr war eigentlich noch niemand wirklich im Club unterwegs außer den beiden Bands. So begutachtete man erstmal das Merchandise, welches auf den UK Terminen wohl schon munter geplündert wurde. Es gab nur noch eine handvoll signierter LPs und T-Shirts in den Größen S und M. Wer etwas größer ist, hatte also das Nachsehen, außer er schaffte es sich das letzte Beanie zu kaufen. So sah man im Laufe des Abends doch vielle enttäuscht vom Merchstand wieder weg gehen. Schade, hier wäre für die Band sicherlich mehr drin gewesen, wenn man mehr Merchandie am Start gehabt hätte. Das Publikum erschien dann aber langsam auch mit voranschreitender Zeit, auch wenn es den ganzen Abend über recht übersichtlich bleiben sollte.

Gegen 20 Uhr legten dann SENNA mit einem gut 30 minütigen Set los. Das Publikum war noch ein bisschen zögerlich und so blieb es direkt vor der Bühne recht frei und man genoss die Show eher von etwas weiter weg. Die Jungs wussten aber mit einer tollen Show zu überzeugen und waren ein sehr gelungener Support Act, den man weiter im Auge behalten sollte.

Um 21 Uhr war es dann so weit und OCEAN GROVE enterten die Bühne. Die Stimmung war sofort auf 180 als die Jungs mit 'Superstar' los legten. Es waren vielleicht keine 100 Leute im Hafenklang, aber die die da waren, verwandelten den vorderen Bereich sofort in einen einzigen Moshpit. Der Look der Band war dazu wieder sehr ausgefallen und man trug natürlich die eigenen Signature-Schuhe. Der Sound der sehr stark an die frühen 2000er Nu Metal Bands erinnert, sorgte auch bei mir sofort für ein wahnsinnig wohliges Gefühl. Es folgten 50 Minuten voller Energie und einer absolut gelungenen Show, welcher aus Song aller bisher drei erschienen Alben bestand. Dabei zeigte sich mal wieder, man braucht kein riesiges Publikum vor der Bühne, sondern nur eines das mit vollem Herzen dabei ist. Die Atmosphäre war einfach hervorragend und sorgte dafür, dass man dieses Konzert so lange nicht vergessen wird. Das es im stickigen Hafenklang nicht so voll war, kam auch der Luft deutlich zu Gute, auch wenn man nach der Show trotzdem ordentlich durchgeschwitzt war.

Nach der Show kamen die Jungs dann auch recht schnell zurück um noch ein paar Pläuschen mit ihren Fans zu halten. Dabei erzählte mir dann auch Sänger Dale das es das Konzept der Band sei keine Barriere zwischen Fans und Musikern zu akzeptieren. Man solle einfach zu einer Show kommen und so richtig Spaß haben und grade das die Show eher nicht so gut besucht war führte bei ihm das er sich noch mehr mit dem Publikum verbunden gefühlt hat.

Es war für jeden der Anwesenden auf jeden Fall ein toller Abend und trotzdem hofft man natürlich, dass die Konzerte in der Zukunft wieder besser besucht sein werden. Aber auf einem Mittwoch Abend ist es ja auch nicht so einfach einen Club gefüllt zu kriegen. Wenn OCEAN GROVE die nächste Tour ankündigen, werde ich auf jeden Fall wieder dabei sein.