(Paramount Pictures)

Mit "SMILE - Siehst du es auch?" gibt es jetzt den Überraschungshit des Jahres 2022 auch für das Heimkino zu erwerben. Eigentlich sollte der Film auf Paramounts hauseigenem Streamingdienst Paramount+ verstreamt werden, nach äußerst positiven Reaktionen nach Testvorstellungen entschied man sich aber für einen Kinorelease. Die komplett richtige Wahl, denn bei einem Budget von rund 17Mio$ nahm der Film weltweit über 200Mio$ ein. Dies gelang vor allem durch Social Media, wo der Film als "Challenge" aufgezogen wurde, da er so gruselig sei, dass man ihn kaum aushalten würde. Aber was ist denn nun dran an dem Hype um eben "SMILE"?

Im Bereich des Horrorfilm gibt es ja leider jährlich echt viele Gurken, vor allem auch im Mainstream Bereich, mit Schrecken erinnert man sich z.B. an die Obergurken Jeepers Creepers: Reborn oder Arthur Malédiction, die vergangenes Jahr den Leuten aus den komplett falschen Gründen das Fürchten gelehrt haben. "SMILE" gehört zum Glück nicht zu der Riege dieser Filme! Tatsächlich verbirgt sich hier nämlich ein sehr gut gemachter und packender Horrorfilm, der aber nicht frei von Problemen ist.

So reiht sich der Film ein in die Reihe von Horrorfilmen mit herausragenden Leistungen der weiblichen Hauptrolle. Was Sosie Bacon (Tochter von Kevin Bacon) hier abliefert ist echt saustark, sie trägt an sich den kompletten Film alleine. Jede andere Rolle des Films ist nur ein Mittel zum Zweck, aber die komplette Last liegt auf ihren Schultern und sie meistert es mit Bravour. Außerdem mischt noch Jessie T. Usher (The Boys) als Verlobter mit und Kyle Gallner spielt einen Jugendfreund der Hauptfigur. Diese Figuren sind aber recht flach geschrieben und so haben die Darsteller kaum Platz um zu zeigen was sie auf dem Kasten haben.

Wer aber richtig zeigen darf was er kann ist Regisseur Parker Finn. Wie er Bild und Ton verschmelzen lässt ist nämlich die zweite riesige Stärke von "SMILE". Hier wird wirklich eine grandiose Horroratmosphäre erzeugt und das von der ersten Minute an. Die Kameraaufnahmen im Kombination mit den Soundeffekten sind wirklich grandios und sorgen auch für so manchen effektiven Schock und eine sehr beklemmende Grundstimmung. Auch der Soundtrack des Films an sich weiß zu gefallen. Allerdings übertreibt es der Mann auch mal wieder mit der Benutzung von Jump Scares, ja da sind diesmal wirklich Gute dabei, aber auch eine handvoll Schlechte die daneben gehen. Außerdem ist Parker Finn auch der alleinige Drehbuchschreiber des Films und da kommen wir dann zu den größeren Problemen.

Der Film ist so sehr auf seine Hauptfigur fokusiert, dass er die Nebenrollen irgendwann komplett vergisst. Die Rolle der Schwester z.B. kann man kaum als Menschen ansehen, sondern mehr als laufenden Stereotyp. Und der bereits erwähnte Jessie T. Usher wird irgendwann komplett unter das Sofa gekehrt, obwohl man glaubt das sein Teil der Handlung noch gar nicht auserzählt ist. Und so solide die Handlung ist, so zusammengeklaut ist sie leider auch. Anstatt eine innovative neue Geschichte, erlebt man hier ein Best-Off aus der Geschichte des Horrorfilms. Wer nur einmal die Filme The Ring oder It Follows gesehen hat, dem wird das alles hier doch sehr bekannt vorkommen. Mit 116 Minuten Laufzeit ist der Film auch leider ein kleines Bisschen zu lang und so beginnt er in der Mitte sich etwas zu ziehen.

Damit ist "SMILE" vielleicht nicht das große Meisterwerk als das er gerne beworben wird, dafür aber ein sehr unterhaltsamer und perfekt in Szene gesetzter Film, mit dem nicht so erfahrene Zuschauer des Horrorgenres wahrscheinlich mehr Spaß haben werden, als ausgekochte Horrorfans, die das alles irgendwo schonmal gesehen haben. Und wie gesagt bei der Menge an schlechten Horrorfilmen macht man mit "SMILE" sicherlich auch eher weniger verkehrt.

DVD, BD, 4K-BD, digital-VÖ: Bereits erschienen

+++GEWINNSPIEL+++

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